Sonnabend, 27. August 2016
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Kröpelin und die unendliche Geschichte der Kreisgebietsreform

Wer wollte, konnte schon viele Episoden der unendlichen Geschichte der verfolgen. Eigentlich war sie mal ein Teil einer umfassenden des Landes, doch nachdem von den anderen Teilen derselbigen (wie etwa von der ) niemand mehr spricht, ist sie im Laufe der Jahre ein politischer Selbstläufer geworden. Die alte Mär, daß sich allein dadurch 100 Millionen Euro einsparen lassen sollen, wird auch schon lange nicht mehr bemüht. Nun wird sie um ihrer Selbst Willen gegen alle kommunalen Widerstände von “oben” durchgedrückt.

So weit so schlecht, aber was soll’s, möchte man als Kröpeliner sagen. Der neue ist nicht mehr so groß, wie noch in den größen-wahnsinnigen, ersten Plänen vorgesehen und vom Landesverfassungsgericht seinerzeit abgeblockt. macht also weiter sein eigenes Ding. Für die Rostocker Schulden kommen wir – die Gesamtheit der Bürger dieses Landes – ohnehin auf, wenn auch indirekt. Dafür wird das verzwickte System der Finanzzuweisungen und -umlagen schon sorgen. Aber immerhin werden die Leute vom Lande im künftigen des künftigen Landkreises schön unter sich bleiben. Ob der nun in , Rostock oder tagt, dürfte dem Landkreisbewohner ziemlich egal sein.

Anders sieht es allerdings mit den überproportional hohen Schulden des heutigen Landkreises Güstrow aus. Die mindern die flächendeckende Finanzkraft des neuen Konstruktes ziemlich direkt. Ich vermute, die künftige Kreisumlage dürfte folglich über der heutigen liegen, was bedeutet, Kröpelin müßte von dem Wenigen noch mehr abführen und daheim kann weniger investiert werden. Im Sinne von Solidarität mit den Schwestern und Brüdern im künftigen Süden und Osten des Landkreises mag man das durchgehen lassen.

Während der Sitz des Kreistages wahrscheinlich nur künftige Kreistagsmitglieder rührt, verhält es sich mit dem Sitz der Verwaltung schon anders. Für Kröpelin spielt das wohl keine so große Rolle, aber schon in Bad Doberan dürfte dies, so die Kernverwaltung nach Rostock oder Güstrow zieht, einen erheblichen Verlust an Arbeit und Konsum bedeuten. Allerdings gehe ich davon aus, daß zumindest Teile der Verwaltung dort weiterhin arbeiten werden, vor allem das Straßenverkehrsamt. Und mit diesem vor allem hat der Bürger direkt zu tun, während er mit allen anderen Ämtern deutlich seltener in persönlichen Kontakt kommen dürfte.

Als Name des künftigen Landkreises wird “” genannt. Ob das der Tourismuswirtschaft des Küstenstreifens förderlich ist, wird man sehen müssen. Kröpelin (“Sympathisch. Nahe der Ostsee”) dürfte daran interessiert sein, weiter vom Krumen der Ostseebäder mitzuknabbern. Wenn sich der Schwerpunkt des Landes vermehrt in den Süden und Osten verschiebt, zeigt sich erst, was das neue “Hinterland” (wert) sein wird. Die tatsächlich vom Kreis getragene Infrastuktur, also beispielsweise die Kreisstraßen dürften ausgerechnet rings um Kröpelin bereits in einem überdurchschnittlich gutem Zustand sein. Da wäre so oder so nicht mehr viel passiert in der nächsten Zeit. Andere Kreisangelegenheiten, wie Volkshochschule, Kreismusikschule und Gymnasien werden wohl Bestand haben.

Am Ende wird man sehen, viel hat sich nicht geändert und statt sich bis zu dieser Erkenntnis mit Aufgeregtheiten aufzuhalten, sollte man sich lieber auf ureigene Dinge besinnen. Passen wir beispielsweise auf, daß wir als Stadt genügend Kraft behalten oder gewinnen, um dem Status “Grundzentrum” zu genügen. Wenn die Kreisgebietsreform durchgeboxt sein wird, könnte es nämlich sein, die überschüssigen Kräfte der Veränderer richten sich gegen die schwachen Gemeinden.

2 Kommentare zu “Kröpelin und die unendliche Geschichte der Kreisgebietsreform”


  1. […] Kröpelin und die unendliche Geschichte der Kreisgebietsreform […]

  2. […] und nimmt kaum Rücksicht auf gewachsene geografische Tendenzen und die Wirtschaft in MV. Auf Schusterstadt hat Thomas Wendt (SPD) mal ein paar lesenswerte Gedanken über die Auswirkungen für Kröpeliner verfasst. Die […]

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