Samstag, 11. Februar 2012
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Im Westen viel Getöse um “Die Linke” – und in Kröpelin?

Kurz vor der Hamburg-Wahl wurde versucht, das Verhältnis der SPD zur “Die Linke” zum Wahlkampfthema hochzuschreiben. Das Getöse hält auch danach weiter an. Interessierte Kreise aus FDP und CDU versuchen das Thema bis zur Bundestagswahl im kommenden Herbst am Köcheln zu halten. Selber möchten sie sich dann den Bürgern als “Bürgerliches Lager” verkaufen, welches die besten bürgerlichen Werte symbolisiert, während man genau dies allen anderen abspricht. Eine “Rotfront” wird als Horrorszenario aufgebaut. Hier Gut, dort Böse. Ja, die Welt kann ja so einfach sein.

In Hamburg haben sich die Wähler von so platten Sprüchen wenig irritieren lassen. Das so genannte “Bürgerliche Lager” fand keine Mehrheit. Die FDP wurde als das erkannt, was sie seit einem Vierteljahrhundert ist, Mehrheitsbeschafferin ohne programmatische Substanz, die nicht länger gebraucht wird. Sie kam gar nicht mehr in die Bürgerschaft.

Das aber schaffte “” und jubelt, endlich im Westen angekommen zu sein. Eine vage Behauptung, aber immerhin gelang es ihr, sich als Sammlerin des Protestes in bisher vier westdeutschen Landtagen zu profilieren. Schaut man jedoch in die Mühen der Ebenen, dann ist von ihr in den Weiten des Westens noch kaum etwas zu sehen. Am kommenden Sonntag, am 2. März, beispielsweise ist Kommunalwahl in Bayern. In 62 Landkreisen werden die Landräte neu gewählt. “” stellt gerade einmal einen einzigen und natürlich völlig chancenlosen Kandidaten. Angekommen sein sieht anders aus.

Bei uns in Kröpelin war es genau anders herum. Als die SPD Ende 1989 neu begann, da waren alle anderen schon da. Die FDP (als LDPD und NDPD in neuem Gewand), die CDU (verstärkt durch die DBD) und die SED sowieso. Fix nannte sie sich PDS-SED und kurz darauf nur noch PDS. Es war im Kröpelin des Jahres 1990 der lauteste Wahlkämpfer der PDS, Herr F., der als erstes ein Schild mit der Aufschrift “Privatweg” setzte. Da wußte ich, diese Partei und ihre stetig weniger werdenden Getreuen würden sich fortan vor allem im neuen Ostdeutschland einrichten müssen. Ohne Rote Armee brauchte ich vor Kommunisten sowieso keine Angst mehr haben.

Wenig später war ich stellvertretender Bürgermeister im damals noch selbständigen Altenhagen. Bürgermeister Gerdel stand in seinen Sprüchen treu zur PDS, aber im Herzen und in der Tat vor allem zu seinen drei Dörfern. Extremer Pragmatismus und viel persönlicher Einsatz machte aus ihnen kleine Schmuckstückchen. Für mich war in jenen frühen Neunzigern die PDS vor allem Herr Gerdel. Herrn F. gab es in Kröpelin der späten Neunziger zwar auch noch, aber den Ton in der Kröpeliner PDS gaben ebenfalls längst engagierte Pragmatiker an. Mir ist in all den Jahren nach der Wende kein einziger Antrag der Kröpeliner PDS bekannt, den nicht auch genauso gut die SPD oder die CDU hätte stellen können.

Heute nennt sich die Kröpeliner PDS ebenfalls “Die Linke”. Na und? Solange in ihr engagierte Pragmatiker das Sagen haben, so lange ist es kein Problem für die Kröpeliner SPD die Hand zur offenen Zusammenarbeit zu reichen. Das gilt natürlich auch gegenüber der Kröpeliner CDU und anderen Kröpeliner Organisationen.

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