Freitag, 19. September 2014
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Presse

Herr Hoppe läßt nicht locker

Von der Lokalredaktion der Ostsee-Zeitung bekamen deren Leser zum Wochenende 22./23. Dezember 2012 einen besonderen Leckerbissen präsentiert. Da ich darin leider eine gewisse Rolle spiele, erlaube ich mir hier ein paar Sätze.

Der Artikel dient halbseitenfüllend gebläht letztlich nur einem Zweck und den erkennt man unzweifelhaft, wenn man sich seinem Ende nähert. Da wird nämlich endlich der Haken konstruiert zu Adolf Hitler und Benito Mussolini in Kröpelin. Ein Spiel über Banden. Ein der NPD nahestehendes Portal ist – wie schon Anfang Oktober – gleich wieder mit aufgesprungen. Darauf ließe sich – wie schon Anfang Oktober – gleichfalls wieder reagieren. Auf ein Neues also. Und allerspätestens im Jahresrückblick der Lokalredaktion dürfte erneut an den großen Coup erinnert werden. Aber vielleicht ist der daran arbeitende Journalist der Meinung, es gab in der Region und in Kröpelin erwähnenswertere Themen. Wir werden sehen.

Der Artikel bemüht als scheinbares Thema die Neuwahl im SPD-Ortsverein. Eigentlich ist eine Neuwahl eines Ortsvereinsvorstandes in jeder Partei die normalste Sache. Alles ist im Parteiengesetz und in den jeweiligen Statuten geregelt. Im SPD-Ortsverein Rerik Salzhaff Kröpelin findet das alle zwei Jahre statt. Ich wurde dreimal zum Vorsitzenden gewählt. Gab es je deswegen einen so großartigen Artikel in der Ostsee-Zeitung? Nein. Was also ist diesmal anders? Na, Herr Hoppe, was wohl? Und kein Wort darüber, daß eben dieser Ortsverein mir im Oktober einstimmig den Rücken in obiger Angelegenheit gestärkt hat. Wie ich überhaupt in dieser Zeit sehr viel Solidarität innerhalb der SPD und darüber hinaus erfahren durfte. An dieser Stelle dafür meinen Dank. Davon war bei Herrn Hoppe und seinem Chefredakteur in ihren bisherigen Nachschlägen zum obigen Thema nichts zu lesen. Geschicktes Weglassen eben. So bleibt als Bild stehen, was auf Linie liegt.

Der Artikel ist überdies schlampig recherchiert. Fakten spielen ja auch keine Rolle, da sie nur das beischmückende Mittel zum Zweck bilden. Fast alles, was als scheinbarer Fakt daher kommt, ist nachweisbar falsch. Mein Alter – falsch, mein Familienstand – falsch, das Datum der Neuwahl – falsch, die Anzahl der Mitglieder des Ortsvereines – falsch, die Anzahl der zahlenden SPD-Mitglieder in Kröpelin – falsch. Der große Aufmacher im Bild, nämlich die durchgestrichenen Links im Blog, ist auch falsch begründet. Herr Hoppe und noch einmal Herr Hoppe dem überraschtem Interviewpartner in den Mund legend, schließt ein technisches Problem kategorisch aus. Ja, da spricht der Kenner. Was aber könnte sonst die Ursache sein? Das soll sich der Leser dann mit Hilfe des nachfolgend dargebreiteten Textes selber ergründen. Tatsächlich ist der Übeltäter ein kleines Plugin. All das hätte man anständig recherchieren können. Wie gut sind dann wohl all die bisherigen Artikel von Herrn Hoppe recherchiert gewesen?

Der Artikel ist zudem journalistisch höchst fragwürdig. Da wird ein Anruf bei meinen Eltern [!] dokumentiert. Es wird viel über meine Familie gemutmaßt. Leider fand sich jemand, dem man das schön in den Mund legen konnte. Herr Nowak hat mir gegenüber versichert, daß Herr Hoppe von ihm nichts Neues erfahren habe, sondern all dies schon wußte und jeweils gezielt ansprach. Auf diesem wühlendem Niveau wird man auf Kroepeliner.de und auf Schusterstadt.de nichts finden. Da halten sich die ehrenamtlichen Blogger jederzeit nachlesbar an ethischere Prinzipien als der Herr Berufsredakteur. Zumindest die Familie sollte tabu sein! Was Herr Hoppe damit ungefragt bezweckt, kann man nur erahnen.

Der Artikel ist arm an Erwähnenswertem. Gut, wenn Herr Nowak mit der Ostsee-Zeitung aus seinem Leben plaudern möchte, dann kann es den einen oder anderen Reriker vielleicht interessieren. Warum dann aber nicht auf der OZ-Seite für Rerik und Kühlungsborn? Die Neubukower und Kröpeliner wird es wohl auf “ihrer” OZ-Seite kaum interessieren, zu erfahren, daß Herr Wendt in diesem Jahr mal nicht bei der Weihnachtsfeier seines SPD-Ortsvereins anwesend war. Oder doch? Immerhin konnten sie die Jahre zuvor eben nicht in der Ostsee-Zeitung erfahren, daß Herr Wendt sehr wohl stets anwesend war. Da also haben wir endlich den Neuigkeitswert des Artikels? Und dann: “Er ist verreist”! Auch so ein Neuigkeitswert.

Sehr geehrter Herr Hoppe, wenn Sie es wünschen, sende ich Ihnen künftig jeweils eine Postkarte aus dem Urlaub und dann haben Sie anständigen Stoff für einen tollen Artikel im Lokalteil. Die Tantiemen dafür müßten wir dann aber unter uns aufteilen!

Auch Ihnen Herr Hoppe eine besinnliche Weihnachtszeit!

3 Kommentare zu “Herr Hoppe läßt nicht locker”


  1. avatar 1 gast Heidi Kleinau (Gast)

    Am 24. Dezember 2012 schrieb ich folgenden Leserbrief zum Artikel von Herrn Hoppe „SPD-Ortsverein hat neuen Chef“ in der OZ.
    Dieser Brief wurde bisher nicht veröffentlicht. Deshalb möchte ich dessen Inhalt hier als Kommentar hinterlassen:

    Es ist sehr erfreulich, dass Ihre Zeitung dem Wechsel an der Spitze eines Ortsvereins im SPD-Kreisverband des Landkreises Rostock Aufmerksamkeit schenkt und sogar eine Seite von der Ortsvereins-Homepage abbildet.
    Unverständlich ist, dass in unserem modernen Zeitalter ein Redakteur der OZ nicht versteht, was sich hinter den durchgestrichenen Begriffen verbirgt. Ein Klick auf „Stadtvertretung Rerik“ bzw. „Stadtvertretung Kröpelin“ hätte gezeigt, dass diese Begriffe verlinkt sind, verlinkt wahrscheinlich mit den Seiten dieser beiden Gemeinden. Diese Links scheinen aus mir nicht bekannten Gründen nicht mehr zu funktionieren (sie sind also broken links), weil die Gemeinden vielleicht am Aufbau ihrer Seiten etwas verändert haben.
    Ich hatte übrigens mit dem von Ihnen erwähnten Artikel auf schusterstadt.de auch meine Probleme. Mir fehlte darin die persönliche Meinung zum Hitler-Besuch und dessen katastrophalen Folgen, und setzte mich, da ich die aufrechte, sozialdemokratische Haltung von Herrn Wendt kenne, umgehend mit dem Verfasser in Verbindung.
    Wie Sie wissen ist die gesamte Angelegenheit inzwischen geklärt, und genau deshalb verstehe ich nicht, warum Sie im letzten Abschnitt Ihres Artikels vom 22.12.2012 nochmals darauf eingehen.
    Heidi Kleinau, Kritzmow

  2. avatar 2 gast Nazi-Wähler (Gast)

    @ Thomas,
    zunächst einmal Glückwunsch und mein vollstes Verständnis dafür, dass du dir ENDLICH einmal Luft gemacht hast…auch wenn´s den feinen Redakteur von der OZ wenig kratzen wird.
    Ich meine, wer sich mal richtig mit dieser Materie befasst oder das so wie du sogar selbst erlebt hat, der wird verstehen, dass immer mehr Menschen das Vertrauen in diese Art von Demokratie verlieren – und das, was dir hier widerfahren ist, ist nur die berühmte sichtbare Spitze des Eisberges, unter der Oberfläche finden da ganz andere Sachen statt.
    Mit dir ist man ja noch richtig zimperlich umgegangen, weil zu viele zusehen konnten. Was meinst du, wenn es denen gelungen wäre, dich tatsächlich als verkappten Nazi hinzustellen, was die dann mit dir gemacht hätten? Die schrecken inzwischen ja nicht einmal vor solchen Persönlichkeiten wie Günter Grass zurück.
    Ich für meinen Teil stehe auf dem Standunkt, dass man mit diesen Geschichtsfälschungen und Meinungsverboten ganz gewiss nicht die Demokratie stärkt sondern genau das Gegenteil erreicht. Deshalb mache ich auch gar kein Geheimnis mehr daraus, dass ich, so lange es mir noch möglich ist, die NPD wähle mit allen meinen Stimmen. Die Gefahr, dass diese in Deutschland „die Macht ergreifen“ besteht ja nun wirklich nicht und so erfahre ich wenigstens noch das eine oder andere, was in eurer Demokratie inzwischen wirklich los ist und da so hinter „verborgenen Türen“ abgeht.
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    Zitat: „Ein der NPD nahestehendes Portal ist – wie schon Anfang Oktober – gleich wieder mit aufgesprungen.“
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    Wundert sich wirklich jemand darüber, dass die richtigen „Nazis“ sich über diese Lachnummer hier schlapp lachen und das dann aufgreifen?
    Denen geht es aber gewiss nicht um diese Erwähnung Adolf Hitlers in der Stadtchronik von Kröpelin, sondern um diese Provinzpossen welche sich die OZ, der NDR und weitere in diesem Zusammenhang geleistet haben, um dir eine Meinung vorzuschreiben.
    Ich denke, die „Nazis“ sind hier doch eigentlich diejenigen, welche die Demokratie und somit die Presse und Meinungsfreiheit einschränken wollen?
    Das ist nichts anderes, als wenn man jemanden ständig öffentlich als „Dieb“ bezeichnet und sich dann ausgerechnet von dem in aller Öffentlichkeit beim Stehlen erwischen lässt.
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    @ Sehr geehrte Frau (Heidi) Kleinau,
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    Ihre sozialdemokratische Grundhaltung in Ehren, diese Ideale teile ich auch, nur sehe ich diese durch die SPD spätestens seit Hartz IV und Riesterrente endgültig verraten und nachdem die Partei jetzt auch noch diesen „Roten Raffke aus dem Bilderberger-Club“ zum Kanzlerkandidaten gekürt hat, ist die SPD für mich ein nicht mehr wählbares Auslaufmodell, so wie für viele andere Menschen in diesem Land auch. Mit ihren Idealen wird sie sich dann am Ende auch selbst verraten und aufgegeben haben.
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    Wenn Sie wirklich die „Nazis“ bekämpfen wollen, dann müssten Sie sich doch eigentlich empören darüber, dass die Vertreter Ihrer Partei immer mehr Ideale und Rechte, die Ihre Groß- und Urgroßeltern erkämpften und für die viele von denen ihr Leben gegeben haben, durch deren Enkel und Urenkel für ein paar eigene Vorteile und Posten verschachert und verraten werden.
    Sie selbst bereiten den „Nazis“ doch das Feld, wenn diese dann in die Lücken springen und für genau diese Rechte der Menschen eintreten.
    Nun behaupten Sie zwar die NPD täte das nur, um den „Schein der Kümmerer-Partei“ zu verbreiten und führe in Wirklichkeit nur ganz böses im Schilde. Das mag ja vielleicht sogar richtig sein, nur bedenken Sie bitte, dass das sehr unglaubwürdig wird, wenn Sie sich dann selbst bei der Hatz auf Andersdenkende, der Einschränkung der Meinungsfreiheit und sogar Geschichtsfälschung erwischen lassen!
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    Zitat: „Mir fehlte darin die persönliche Meinung zum Hitler-Besuch und dessen katastrophalen Folgen…“
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    Dieser Besuch hatte zumindest für die Region um Kröpelin herum durchweg nur positive Folgen, die Herr Wendt nicht mit einem einzigen Wort erwähnt hat. Ich nenne da jetzt nur einmal die Städte Rerik und Kühlungsborn, die ihre heutige Form und Namen genau diesem Staatsbesuch verdanken.
    Konsequenter Weise müsste man Ihrer Logik entsprechend diese Städte ja heute auflösen, deren Chroniken verbrennen usw. eben alles aus den Büchern verbannen was nicht in die heutige Zeit und/oder ihre Weltanschauung passt.
    Nur wenn Sie das tun, was unterscheidet Sie dann von noch von den Nationalsozialisten?
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    Wenn Sie mit den katastrophalen Folgen allerdings den zweiten Weltkrieg und dessen Ende meinen, so gehe ich davon aus, dass diese Fakten nicht nur in der Chronik von Kröpelin ausreichend Niederschlag gefunden haben dürfen, so dass man nicht zu jedem einzelnen Ereignis zwischen 1933 und 45 eine endlose Abhandlung schreiben muss.
    Obendrein denke ich, dass jeder weiß, wer Adolf Hitler war, so dass das auch keiner zusätzlichen Erklärungen und Erläuterungen bedarf.
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    Ich denke der Herr Wendt hat das schon ganz richtig gemacht, indem er den Sachverhalt ohne positive und negative Wertung veröffentlicht hat, denn schließlich ging es in der Hauptsache nur um ein paar Sekunden historischer Filmaufnahmen von Kröpelin und nur in der Nebensache über den Anlass der Entstehung.
    Das Verhältnis umgedreht und eine interessante Sache für die „Nazis“ daraus gemacht haben ein paar Möchtegern-Pulizter und selbsternannte Demokratieretter und diese haben diese Ereignisse dann auch noch öffentlich in den Zusammenhang mit Zensur und Geschichtsverfälschung gestellt, wodurch eigentlich der größte Schaden entstanden ist.
    Das war nicht der Herr Wendt und das hatte dieser mir Gewissheit auch nicht beabsichtigt. Dafür lege ich beide Hände ins Feuer.
    So fair sollten Sie gegenüber Ihrem langjährigen und engagierten Genossen schon sein, wenn Sie sich „umgehend mit dem Verfasser in Verbindung setzen“ werden!

  1. [...] eigentlich nicht weiter eingehen, aber auf einen Artikel von Thomas auf Schusterstadt verweisen. Zum Artikel [...]

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