Ein Ost-Rock-Museum in Kröpelin?
Leser der Regionalpresse konnten bereits mehrfach zwischen den Zeilen anderer Berichte etwas über ein mögliches Ost-Rock-Museum in Kröpelin erspähen. Legt man die Texte allerdings nebeneinander, dann zeigt sich ein großes Durcheinander. Das liegt einmal mehr daran, daß an den Gremien vorbei agiert und so eine an sich förderungswürdige Sache zu einem unnötigen Streitpunkt wurde.
Ein Berliner Verein tritt über den Landtagsabgeordneten Reinhard Dankert an die Stadt heran, weil sich in ihrem Fundus einige Utensilien der Ost-Rock-Szene befinden, sie diese nicht entsprechend selber präsentieren können und sich der Schmadebecker Dorfrock als eines der jährlichen Ost-Rock-Höhepunkte herumgesprochen hat.
Der Bürgermeister nimmt sich der Sache an, reist sofort nach Berlin und für ihn steht ohne Absprache sein Plan fest: In der zweiten Etage der damals im Umbau zu einem integrierten Heimatmuseum befindlichen Bibliothek wird statt des geplanten Archivs ein Ost-Rock-Museum eingerichtet. Fertig, aus der Diskussion. Davon erfahren die Stadtvertreter, fordern zum nachfolgenden Hauptausschuß konkrete Fakten. Das Bauamt legt diese auch vor und danach ist für die Mehrheit der Hauptausschußmitglieder ein Ost-Rock-Museum im vorgesehen Archiv nicht mehr denkbar. Abgesehen von dieser Variante wird ein Ost-Rock-Museum für Kröpelin allerdings begrüßt.
Danach wird darüber – meines Wissens nach – in keinem Gremium mehr gesprochen. Der Bürgermeister versucht es hinterherum, nämlich ab sofort über die Presse. Soll das Druck aufbauen? Dabei wird auch Falsches berichtet, zum Beispiel in der NNN vom 27. April 2010:
Das Stadtmuseum im ersten Obergeschoss wird dann am 28. Mai eröffnen. Nur das zweite Obergeschoss, das steht noch leer. “Ursprünglich sollte hier ein Archiv rein”, sagt Bürgermeister Hubertus Wunschik. Doch nun gebe es Bestrebungen, ein Museum für die Musikgeschichte der DDR einzurichten. … Die Stadtvertreter hätten abernoch nicht darüber entschieden. Noch gebe es im Hinblick auf die Finanzierung Bedenken.
Tatsächlich gehen die Bestrebungen direkt vom Bürgermeister aus. Der Hauptausschuß hatte nicht nur wegen eines Umbaus vom Archiv (das wird zum Beispiel als Sicherung für die Unterlagen des Standesamtes als eine Art Backup dringend benötigt) zu einem Museum (mindestens 30.000 Euro), sowie wegen der dann notwendigen Ersatzbaumaßnahmen für das Archiv (auch noch einmal ein paar Euro) Bedenken.
Das ein Stadt- und Heimatmuseum in Trägerschaft der Stadt ist, leuchtet ein, aber warum dies ein Ost-Rock-Museum auch sein muß? Vielmehr wurde empflohlen, dies in Trägerschaft eines der vielen Kulturvereine der Stadt zu geben, wobei sich natürlich in erster Linie der Ausrichter des Dorfrocks anbietet, also die Landprojektgemeinschaft Schmadebeck. Der Träger sollte auch zum Standort mitbestimmen.
In der Ostsee-Zeitung vom 29. Mai, in einem Beitrag zur Eröffnung des Heimatmuseums, war nun folgendes zu lesen:
Er [Minister Volker Schlotmann] bietet den Kröpelinern zudem einen Termin in seinem Ministerium zum geplanten “DDR-Rockmuseum” an. “Die Idee ist grandios. Nur leider wird sie hier im Haus nicht über die Städtebauförderung zu fördern sein. Das Ziel muss kommen. Aber wir müssen gemeinsam den richtigen Weg finden, wie es kommen soll”, sagt der SPD-Politiker.
Ich hoffe, damit ist die Variante Ost-Rock-Museum im Archiv über dem Heimatmuseum endgültig vom Tisch und die Stadt kann in der Sache endlich an einem Strang ziehen. Mit persönlich ist es egal, wer die Trägerschaft übernimmt, ob Mühle, Bahnhof oder Schmadebeck. Aber, ich würde den Minister so lange mit seinem Terminangebot nicht warten lassen.







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Wie kam es zu der Idee “Ost-Rock-Museum”?
In einer Runde mit Kröpelinern im Rathaus sollten diese Ideen zu Stadtentwicklung äußern. Das war auch für mich Anlass, mal nachzudenken: Wir haben Dorfrock in Schmadebeck (mit einem sehr aktiven Verein), vorwiegend mit “Ost-Bands”, wir haben eine einzigartige Rockmusik der DDR aufgrund der damaligen Bedingungen, wir wollen etwas für Kröpelin tun, damit mehr Besucher kommen. Und von einer Kunstakademie war auch noch die Rede. So kam ich auf die einfache Idee, mit Utensilien der Dorfrock-Bands ein Museum aufzubauen. Da aber so eine einfache Idee sicher öfter vorhanden ist, “googlte” ich “Ost-Rock-Museum” und es gab eine Fundstelle, den Verein 60-40 in Berlin. Die hatten sehr viel Material, waren auch schon mit Wanderaustellungen unterwegs, hatten aber in Berlin keine Räume, die erschwinglich waren. Also rief ich an, was sie denn von der Idee hielten. Die hielten viel davon, sodass wir uns in Berlin zu einem ersten Kontakt verabredeten. Herr Kropp, Herr Wunschik und ich fuhren nach Berlin. Und so nahm das Ganze seinen Lauf.
Danke. Durch diese Klarstellung ändert sich der obige zweite Absatz wie folgt:
“Der Landtagsabgeordnete Reinhard Dankert tritt an einen Berliner Verein heran, weil sich in deren Fundus einige Utensilien der Ost-Rock-Szene befinden, sie diese nicht entsprechend selber präsentieren können und sich der Schmadebecker Dorfrock als eines der jährlichen Ost-Rock-Höhepunkte herumgesprochen hat.”
Alle anderen Absätze bleiben vorerst unverändert und die Entstehungsgeschichte des Kröpeliner Ost-Rock-Museums wartet auf ihre Fortsetzung ;-)